Alben-Klassiker:The Dresden Dolls – The Dresden Dolls

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An dieser Stelle ist es einmal angebracht über eines meiner absoluten Lieblingsalben zu berichten und zwar über „The Dresden Dolls“ der gleichnamigen Band.
Schon 2004 als dieses Album herauskam und ich es kaufte, war ich hin und weg. Dieses Album hat alles was man sich als Musikliebhaberin wünschen kann: Tiefgang, ebenso eingängige wie eigenwillige Melodien und einen großen Schuss ironischer Theatralik. Letztere mag für nüchterne Realisten vielleicht doch etwas zu pathetisch klingen – doch wer ist schon gerne Realist und darüber hinaus nüchtern 😉 .
Die Dresden Dolls, die auch wenn der Bandname etwas anderes sagt, nicht aus Deutschland sondern aus den USA, genauer gesagt aus Boston, stammten, entführten die HörerInnen in eine eigene kleine Scheinwelt. Leider hat sich die Band bis auf ein paar Live-Shows seit 2008 auseinandergelebt.
Die beiden Bandmitglieder Amanda Palmer (Piano und Gesang), sie wandelt sehr erfolgreich auf Solopfaden und Brian Viglione (Schlagzeug) wurden nach der Gründung ihrer Band, Anfang der 2000er recht schnell zu Insidertipps in ihrer Heimat. Und flogen dann immer wieder auch für Tourneen über den großen Teich. Ihr selbst geprägter Stil war eigenwillig und von der Band selbst als „Brechtian Punk Cabaret“ bezeichnet.
Zu den herausstechendsten Merkmalen ihres Sounds zählen virtuose Pianoklänge, gepaart mit tragischkomischen teilweise sogar abstrusen Texten, die Amanda Palmer mit ihrer einzigartigen Stimme vorträgt. Brian Viglione unterlegt das ganze mit „bockigen“ Rhythmikteppichen.
Insgesamt bietet „The Dresden Dolls“ (das Album) zwölf atemberaubende Lieder, deren auffälligstes, zumindest für die weibliche Hörerschaft, wohl „Coin Operated Boy“ sein dürfte. Jahre später wurde es auch durch die Werbung für eine österreichischen Marmelade bzw. Konfitüren-Firma bekannt. Mit dem Konzept eines „Coin operated Boy“ dürften die beiden Dresdner Puppen wissentlich oder unwissentlich auf eine große Marktlücke gestoßen sein. Denn ein automatischer Kavalier dürfte wohl der Traum vieler Frauen, egal in welcher Lebenslage (z.B. ob single oder liiert) sein. Dafür nimmt Frau auch kleinere Abstriche in Kauf, wie im Lied beschrieben: „a coin operated boy, he may not be real experienced with girls but I know he feels like a boy should feel isn’t that the point that is why I want a coin operated boy..“
Aber keine Angst, dieses Album zielt nicht darauf ab, Männer „überflüssig“ zu machen, sondern wird dem einen oder anderen Mann beim Hören auch in seinen Bann ziehen.
Fazit: Auch wenn es die Dresden Dolls so nicht mehr gibt, ist und bleibt ihr Debut ein Klassiker der punkigen, Cabaret-inspierierten Musik. Für mich persönlich ist es ein Album, das ich niemals missen möchte das mich regelmäßig durch mein Leben begleitet.
Und weil es so schön ist, hier ein Link zu dem Video zu „Girl Anachronism“:
Tracklist
1. Good Day
2. Girl Anachronism
3. Missed Me
4. Half Jack
5. 672
6. Coin-Operated Boy
7. Gravity
8. Bad Habit
9. The Perfect Fit

Alben: Scary Bitches – Lesbian Vampyres from Outer Space

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Keine Band hat ihren Namen so verdient wie die Scary Bitches (und das meine ich jetzt absolut nicht böse). Denn sieht man die beiden mächtigen Frontfrauen (Alma Geddon und DEADri Ranciid) in ihren verrückten Klamotten und dem dementsprechend entrückten Auftreten, glaubt man wirklich, es mit einer besonders furchterregenden Spezies von Aliens zu tun zu haben. Auch die anderen – ebenfalls zweieinhalb Band-Mitglieder (Little Alma, Hayley Chopper und Dead Boy) passen in das Bild der verrückten Außerirdischen.
Ebenso passt nicht nur der Titel sondern das ganze Album „Lesbian Vampyres From Outer Space“ in das Konzept dieser englischen Band. Diese verströmt mit ihren Liedern nicht nur außerirdische Vibes, sondern auch ganz weltliche Schrecken, sowie die eigene Weltsicht. Diese beinhaltet Themen wie Nekrophilie („Necrofancy“), Kannibalismus („You Always Eat The One You Love“) und Inzest („Strange Child“), aber auch ganz „banale“ Themen etwa blinder Hass und Rache („Piss All Over Your Grave“). Diese Lieder sin dabei natürlich alle „very british“, also mit dem dunkelschwärzesten Humor gespickt. Vorgetragen werden sie mit den schaurig-außergewöhnlichen und gerade deshalb so interessanten Stimmen der Frontfrauen. Instrumentalisch begleitet werden die Songs von Saxophon-, Synthesizer- und Drumklängen, die die HörerInnen in eine andere Welt entführen. Vor dieser Welt warnt die Band selbst aber eindringlich mit dem Lied „You’ll End Up Looking Like The Scary Bitches“.Fazit: Lesbian Vampyres from Outer Space ist besonders für Leute eine Anleitung, die schon immer an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn standen und sich noch nicht für eine Seite entschieden haben. Und für den einen oder anderen Menschen fällt dann der letzte (Entscheidungs-)Schritt nach dem Hören des Albums die endgültige Entscheidung.

Tracklist
1. Lesbian Vampyres From Outer Space
2. Werewolfe
3. You Always Eat The One You Love
4. There’s A Licanthrope On The Bus
5. Strange Child
6. Piss All Over Your Grave
7. Theme From The Monsters
8. Necrofancy
9. The Hole
10. Bad Hair Day
11. You’ll End Up Looking Like The Scary Bitches
12. Necrofancy (Roman Jugg/Mark Elliott remix)