Beth Ditto

Als ich zum ersten Mal die britische TV-Serie „Skins“ sah, fiel mir zuerst der Titelsong „Standing in the way of Control“ auf. Die kraftvolle Stimme der Sängerin zog mich sofort in ihren Bann. Später stellte sich heraus, dass die Band „Gossip“ hieß und diese Stimme einer Frau namens Beth Ditto gehörte.
Und sie ist ein wahres Phänomen: eigentlich aus Arkansas stammend, zog sie nach der High School nach Olympia im Bundesstaat Washington. Diese Stadt war damals ein Sammelbecken für Punk, Grunge und auch Riot Grrrl MusikerInnen. 1999 gründete Beth Ditto mit Nathan Howdeshell und Kathy Mendonca Gossip. Trotz mehrer Touren mit verschiedenen Punk oder Riot Grrrl Bands, erlangte Gossip erst im Jahr 2006 mit dem herausragenden Album „Standing in the way of control“ Ruhm. Vor allem in Großbritannien war die Band ein Hit.
Beth Ditto avancierte immer mehr zum Role Model. Sie lebt offen lesbisch und ist seit 2013 mit Kristin Ogata verheiratet. Auch der Modewelt drückte sie ihren Stempel auf und zeigte, dass Size Zero nicht unbedingt eine Stil-Ikone auszeichnet. So rockte die nur 1,58 Meter und deutlich füllige Powerfrau für Fashion-Designer Jean Paul Gaultier auf der Paris Fashion Week 2010 den Laufsteg. Trotz dieser Fashion-Ehrung hat Beth Ditto aber nie ihre Wurzeln vergessen und bleibt durch und durch authentisch.

Mit Gossip hat sie übrigens folgende Alben aufgenommen: That’s Not What I Heard (2001), Movement und Undead in NYC (2003), Standing in the Way of Control (2006), Live in Liverpool und Rework It (2008), Music for Men (2009) und A Joyful Noise (2012). Solo hat sie 2011 eine EP namens Beth Ditto rausgebracht. Man darf gespannt bleiben, wie es mit ihr und/oder Gossip weitergeht.

Weitere Infos: gossipyouth.com

Bildnachweis: gossipyouth.com

Drummerinnen: Meg White

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Unter all den Musikerinnen im Rock-Business sind sie wohl am geringsten vertreten, die Drummerinnen. Zeit also, den wenigen Frauen hinterm Schlagzeug Tribut zu zollen. Heute starten wir mit Meg White von den White Stripes.
 
Auch wenn sich die „White Stripes“ mittlerweile schon aufgelöst haben, werden vielen die eingängigen Songs wie „Seven Nation Army“ oder „The hardest button to button“ vom Album Elephant kennen. Sowohl der Song als auch das Video dazu haben Megs Trommeln im Fokus. Aber auch Songs wie „Icky Thump“ vom gleichnamigen, 2007 erschienenen Album sind mitreissend. Das Außergewöhnliche bei den White Stripes war es, dass es sich dabei um eine zwei-köpfige Band aus eben Meg White und ihrem Ex-Ehemann Jack White handelte, obwohl die White Stripes nach mehr „Human Power“ klangen.
 
Insgesamt haben die beiden 5 Studioalben (The White Stripes – 1999, De Stijl – 2000, White Blood Cells – 2001, Elephant – 2003, Get behind me Satan – 2005 und Icky Thump – 2007), sowie mehrere Livealbum veröffentlicht. 2011 haben sich die White Stripes, nach offiziellem Statement freundschaftlich getrennt, um neue und eigene Wege zu bestreiten.
 
Übrigens hatten die Meg als auch Jack einen Auftritt im Film „Coffee an Cigarettes“, 2003 von Jim Jarmusch gedreht. Meg White ist seit 2009 mit dem Jackson, dem Sohn von Patti Smith verheiratet und es ist recht still um die Musikerin geworden.

Bildnachweis: ©Floria Sigismondi – von der Seite www.whitestripes.com

Buch-Tipp: „Just Kids“ von Patti Smith

Just Kids – Die Geschichte einer Freundschaft von Patti Smith (Deutsche Ausgabe, Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2010)
In diesem Buch geht es weniger um Musik, als um die Geschichte einer ganz besonderen Liebe und immer währenden Freundschaft: nämlich um die zwischen Patti Smith und Robert Mapplethorpe.
Patti Smith, die Poetin, Musikerin und Ikone des Punk schreibt über ihre Herkunft, ihre Kindheit und vor allem über ihre künstlerischen Anfänge und den Durchbruch in New York. Mittellos, aber mit dem Willen, sich einen Namen zu machen, zog Patti Smith in den Big Apple, wo sie das Schicksal auf Robert Mapplethorpe, einen damals ebenso mittellosen aber ambitionierten jungen Künstler treffen ließ. Die beiden gingen eine symbiotische Beziehung ein, wohnten zusammen, wurden ein Liebespaar, bis sich Robert Mapplethorpe zunehmend dem männlichen Geschlecht zuwandte. Diese Tatsache und auch zahlreiche Liebhaber Smiths hinderten die beiden jedoch nicht, die wichtigste Bezugsperson im Leben des jeweils anderen zu sein. Beide akzeptierten sich, so wie sie waren. Sie ermutigten sich, neue Wege in der Kunst zu bestreiten.
Scheinbar nebenbei schreibt Patti Smith in „Just Kids“ über die wilden 60er und 70er Jahre in New York, als sich diverse Künstler im Hotel Chelsea, in dem auch Smith und Mapplethorpe eine zeitlang wohnten, die Klinke in die Hand gaben. In einer Zeit, in der Warhols Factory groß war, jeder seine mindestens 15 Minutes of Fame hatte. Berührend sind auch Smiths Begegnungen mit den beiden viel zu jung verstorbenen Künstlern Jimi Hendrix und Janis Joplin.
Als in den 80ern die AIDS-Epidemie um sich greift, war Patti Smith zwar schon mit ihrem Ehemann nach Michigan gezogen. Doch der Kontakt zu Robert Mapplethorpe, der ebenfalls mit dieser schweren Krankheit infiziert wurde, riss niemals ab. Und so besuchte Smith ihn regelmäßig bis zu seinem Tod, der sie bis ins Mark erschütterte und auch das Ende dieses Buches bedeutet.

Fazit: Die Kunst der beiden, war ihr gemeinsames Kind. Ohne einander, wäre Patti Smith niemals zu der Poetin und Punk-Ikone geworden und Robert Mapplethorpe niemals zu diesem außergewöhnlichen Künstler und Photographen.

Bildnachweis: Cover der englischen Ausgabe: Paperback – Deckle Edge, November 2, 2010

Alben: Sleater-Kinney Comeback nach 10 Jahren: Knalliger und Puristischer Indie-Punk-Noise-Rock aus den USA

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Gastartikel von Philipp –

Das US-amerikanische Mädels-Trio aus Olympia, im Bundesstaat Washington, legt nach. Und wie!

Die 1994 gegründete Band, mit den aktuellen Mitgliedern Corin Tucker, Carrie Brownstein und Janet Weiss, veröffentlichte am 16. Januar 2015 Ihr Comeback-Album „No Cities To Love“ auf Sub Pop.
Das Power-Trio mit dem auf dem ersten Blick seltsam erscheinenden Namen – Sleater-Kinney bezieht sich auf eine Ausfahrt der Bundesautobahn 5 (I-5) zwischen Seattle und Portland Namens „Sleater Kinney Road“ – bleibt seinen eigenen Wurzeln treu und feuert ein 10 Titel starkes Album irgendwo zwischen Indie-Rock, Punk und Noise-Rock in die Welt hinaus.

Sleater-Kinney gründete sich zu Zeiten der Riot Grrrl Bewegung. Die Bewegung entstand in den Anfängen der 1990 Jahre als feministische und subkulturelle Gegenbewegung zur allgemein herrschenden männlichen Musik-Dominanz und den von Männern geprägten Bühnenshows. Riot Grrrl umschloss insbesondere die US amerikanische Hardcore-Punk Szene. Auch Jahrzehnte nach dieser „Aufruhrzeit“, klingen Sleater-Kinney nach wie vor Rau, Alternativ und einfach herrlich kernig und unangepasst. Die Mädels haben sich ganze zehn Jahre für ihr Comeback Zeit gelassen, um jetzt mit ihrem – mittlerweile achten Album – in 2015 wieder richtig durchzustarten. „No Cities To Love“ ist durchgehend eingängig und auch für Genreneulinge zugänglich und absolut zu empfehlen. Man spürt die Energie, die Power und die Aufrichtigkeit, die Corin, Carrie und Janet in dieses Album gelegt haben. So wünscht man sich ein Comeback-Album. Klasse! Mein persönliches Highlight ist Track Nr. 2 – „Fangless“. Der Track kommt fast dancig und etwas poppig rüber, durchdringt einen aber direkt in den ersten Tönen mit cooler Punk-Attitüde und Catchy Vocals. Corin Tucker und Carrie Brownstein, beide für Gesang und Gitarrenspiel zuständig, glänzen auf „No Cities To Love“ mit ihren vollen und Powergeladenen Stimmen. Weiteres Highlight: Track Nr. 7 – „Gimme Love“. Schöne eingängige und melodiöse Töne und die, wie gehabt, tollen Vocals machen einfach Lust auf mehr.
Viel mehr! Ich kann euch das Album wirklich nur ans Herz legen. Reinhören lohnt sich!

Ihr könnt das Album hier, bei artistxite, herunterladen: Sleater-Kinney – No Cities To Love. Weitere tollen Alben, aus verschiedenen Rock Stilrichtungen, findet ihr ebenfalls als Musik Download und MP3 Download bei artistxite.de. Neuigkeiten aus der Musikwelt gibt’s auch auf dem Musik Blog.

Bildnachweis: www.subpop.com