Alben: The Silver Shine – In The Middle of Nowhere

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Der neue Streich des ungarischen Trios „The Silver Shine“ heißt „In The Middle of Nowhere“. Dabei liefern zwei Herren und eine Dame Vintage Punkrock’n’Roll mit Slap-Bass.
Un das Beste: Bassistin Krista Kat holt aus ihrem Kontrabass sowohl schnelle Psychobilly-Rhythmen als auch klassische Rockabilly-Basslines heraus. Und auch ihre Stimme beeindruckt mit tiefen und kräftigen Tönen.
Sie ist aber nicht die Einzige bei The Silver Shine, die singt, denn auch ihr Bandkollege Ati Edge, der dazu noch schwungvoll Gitarre spielt, liefert einen Stimmbeitrag. Der dritte im Bunde, der Drummer Furo singt zwar nicht, trägt aber mit seinen mächtigen Drumgewittern zum tollen Sound der Band bei.
Das erste Lied „In the Middle of Nowhere“, gleichzeitig der Titel gebende Song, dreht sich um das Thema Aufbruch. Neben diesem stechen vor allem die Tracks „Never Again“, ein Lied mit der Abrechnung an einen untreuen Partner und „I am Sorry, I Was Wrong“, ein Lied über das schlechte Gewissen hervor. Zwei Cover-Versionen. Die beiden Cover-Versionen von „Jolene“ (der Country-Legende Dolly Parton) und „Tainted Love“ (der 80er Helden Soft Cell) machen das Album komplett. Dabei versteht sich aber von selbst, dass der Country- und dieser 80er Wave-Song ganz im Vintage Punkrock’n’Roll Stil von THE SILVER SHINE adaptiert wurden.
Fazit: Das mittlerweile siebte Album der Band ist ein temporeiches Punk’n’Roll-Werk, das Spaß macht und live sicher auch gut ankommt.
Tracklist:
1. In the Middle of Nowhere
2. If I Was to Start It All Again
3. Never Again
4. Faded Newspapers
5. Jolene
6. Open Your Eyes
7. I Am Sorry I Was Wrong
8. Just Make Your Guns
9. On the Way Back Home
10. Tainted Love

The Scary Bitches

Zwar nicht mehr ganz so aktuell, aber zu gut, um sie hier nicht zu erwähnen, sind die Scary Bitches. Diese stammen ursprünglich aus Großbritannien und wurden von Alma Geddon und DEADri Ranciid gegründet.Und nicht umsonst haben die beiden ihren Bandnamen gewählt, denn wenn man diese Gothic-Walküren in ihren verrückten Verkleidungen und dem dementsprechend ver-/entrückten Auftreten betrachtet, fürchtet man sich tatsächlich. Aber diese Furcht ist ein angenehmer Schauer, der einen über den Rücken läuft, wenn man ihren Lieder wie „You Always Eat The One You Love“, „Lesbian Vampyres From Outa Space“ und „Creepy Crawlies“ lauscht. Auch die Stimmen der Scary Bitches sind schaurig-schrecklich und gerade deshalb wunderbar. Aber Achtung: man sollte sich nicht zu sehr auf diese schrägen Vögel einlassen, denn passt man nicht auf kann es passieren, dass man am Ende aussieht wie diese (beschrieben in dem Song „You’ll End Up Looking Like The Scary Bitches“).

Mit Ihrer Mischung aus schrägen Gothic Rock, elektronischen Elementen und Punk mit very britishem Kannibalen-Humor taten bzw. tun sich die Scary Bitches wohltuend aus der sich selbst manchmal zu ernst nehmenden Goth-Szene hervor.
Insgesamt hat die Band 3 Alben, nämlich „Lesbian Vampyres From Outa Space“, „Creepy Crawlies“ und zuletzt 2009 „The Island Of The Damned“ veröffentlicht. Leider ist es seitdem still um die Scary Bitches geworden. Aber wie sagt man so schön: „Untote leben länger!“ Ich würde mich auf jeden fall freuen, wenn sie bald wieder ihr Unwesen treiben.

Buch-Tipp: „Er war eine Frau“

Er war eine Frau – Das Doppelleben des Jazzmusikers Billy Tipton  von Diane W. Middlebrook (Deutsche Ausgabe, Pieper Verlag, München 1999)
 
Dieses Buch von Diane W. Middlebrook auf diesem Blog zu präsentieren, ist eigentlich doppelt unpassend.  Erstens heißt mein Blog ja CHICKS`n`Rock und der Jazzmusiker Billy Tipton hat während seinem musikalischen Schaffen  versteckt, dass er eine Frau ist, und zweitens konnte das Kind der goldenen Jazz-Jahre mit dem aufkommenden Rock nichts anfangen.
Warum ich dieses Buch aber trotzdem hier beschreibe, ist, dass es mich fasziniert hat, wie eine Frau es schafft, über Jahrzehnte hinweg, ihr Umfeld (bis auf wenige Ausnahmen) über ihr angeborenes Geschlecht hinwegzutäuschen und sich als Mann ihre Träume von einer Karriere im Musik-Business zu erfüllen.  Allem zugrunde lag natürlich auch die Erkenntnis, dass es für Musikerinnen im Jazz der 30er Jahre nahezu keinen Platz gab. Interessant ist vor allem die stufenweise Wandlung der jungen Frau Dorothy Tipton hin zu einer Frau in Männerkleidern, die von ihrem Umfeld meistens so akzeptiert wird, bis zum Berufsmusiker, Ehemann und Adoptiv-Familienvater Billy Tipton. Diane W. Middlebrook zeichnet aber neben der Biographie von Dorothy bzw. Billy Tipton ein Bild von der amerikanischen Gesellschaft  und ihrer teilweisen Naivität und Diskretion. Darüber hinaus gibt das Buch einen guten Einblick in das Showbusiness und in das Leben der MusikerInnen, EntertainerInnen und Variete-KünstlerInnen.
Berührend und authentisch geschrieben vor allem durch die vielen Zitate von Familienmitgliedern, Freunden und KollegInnen ist „Er war eine Frau“ ein warmherziges Buch, das viel über die Relativität des biologischen Geschlechts verrät.

Tiger Lilly Marleen von Bonsai Kitten

Tiger Lilly Marleen von Bonsai Kitten

Heute geht es um eine hierzulande vor allem in der Psychobilly und Punkszene bekannte Sängerin der Band Bonsai Kitten.

Tiger Lilly Marleen ist sowohl Gründerin als auch Master Mind hinter der Band, die sie ursprünglich in Japan gegründet hatte, und bei ihrer Rückkehr nach Berlin einfach mitnahm. Die vierköpfige Kombo bestehend aus Tiger Lilly Marleen, Krczycz, Alexx DeLarge and Highko Strom haben einen eigenen Sound kreiert, den sie Killbilly nennen. Herzstück ist dabei ist die außergewöhnliche Stimme Tiger Lilly Marleens. Der gesamte Sound der Band ist mitreißend und schnell. Mit tollen Bass-Slaps, eingängigen Melodien und Drum-Gewittern machen Bonsai Kitten sowohl auf Konserve als auch live ordentlich Dampf.

Apropos live: als ich Bonsai Kitten letztes Jahr endlich einmal live erlebt habe und zum ersten Mal die Frau zur Stimme sah, konnte ich es kaum fassen, dass so ein gewaltiger Stimm-Hurricane aus der Kehle einer so zierlichen Person wie Tiger Lilly Marleen kommen kann. Auch textlich geht es gewaltig zur Sache, denn Songs wie „Life Is a Bitch and So Am I“ scheinen für die Fronterin und die Band Programm zu sein.
Bis jetzt haben Bonsai Kitten eine EP “On The Hill“, die nur für den japanischen Markt konzipiert wurde, und zwei ganze Alben – „Done With Hell“ und „Welcome To My World“ – auf dem Label Wolverine herausgebracht. 

Wer sich selbst von der Qualität von Bonsai Kitten überzeugen will, der sollte auf jeden Fall einmal einen Live-Gig besuchen.

Mehr Infos zur Band, wie zum Beispiel der Link zum neuen Video „Me, Myself & Why“gibt es auf der Homepage offiziellen Bandhomepage www.bonsai-kitten.de.